Das eigene Ich

Vorweg…vielen Dank liebe Jenny das ich dich heute zum Thema machen darf:-)

Letztes Wochenende hatten wir Besuch von einer guten Freundin und deren Sohn. Wir hatten jetzt nicht täglich Kontakt aber haben uns hin und wieder vor dem Kindergarten getroffen. Denn ihr kennt das sicher…ein Heimgang ohne paar Minuten auf den Spielplatz zu gehen, welcher sich direkt neben dem Kindergarten befindet, ist schlichtweg unmöglich:-)

Aber immer wenn wir uns sehen ist es als würden wir uns täglich sehen. Man muss einfach kein Blatt vor den Mund nehmen. Ich genieße das sehr. Sie ist Anfang des Jahres mit ihrem Sohn in die Nähe ihres Partners gezogen und der Große wird dann in ihrem jetzigen Heimatort eingeschult. Ich denke Kinder in dem Alter passen sich relativ schnell neuen Situationen an und lernen auch neue Kinder kennen.

Ihr Besuch hat mich sehr zum Nachdenken angeregt wie wohl andere Leute mit solchen, plötzlich auftretenden, Hautproblemen umgehen welche vorher damit noch nie Kontakt hatten. Bei mir ist das Thema schon immer relevant. Mal mehr und mal weniger ausgeprägt aber ich kenne es eigentlich nicht wenn man komplett gesunde Haut hat. Es muss unheimlich frustrierend sein wenn man sich im Spiegel nicht mehr anschauen kann. Man fühlt sich so unheimlich bloßgestellt vor allen. Es tut oft auch einfach körperlich weh wenn man Wunden, Risse oder geschwollene Stellen hat. Und das dann noch im Gesicht ist so ungefähr das schlimmste was ich mir vorstellen kann.

Du kannst deine Haut im Gesicht eben nicht verstecken. Überall sonst gibt es Kleidung aber nicht im Gesichtsbereich. Genau das ist ihr widerfahren. Wahrscheinlich führte eine Allergie zu dem Ausbruch. Welche genau das sein kann klärt sie gerade bei Fachärzten ab. Ich wusste gar nicht das es mittlerweile so schlimm ist. Aber was heißt schlimm: Wer definiert “schlimm”?

Am Ende muss man versuchen erhobenen Hauptes nach vorn zu Blicken. Ich habe auch sehr oft meine Hautprobleme im Gesicht. Da immer das totale Selbstvertrauen auszustrahlen ist, so glaube ich zumindest, fast unmöglich. Wir haben uns länger unterhalten und ich denke es tat ihr auch gut mit jemandem darüber zu sprechen der ähnliches erlebt hat. Meiner Meinung nach kann auch jemand ohne Hautprobleme nicht wirklich mitreden. Ganz oft kommen diese und jene Ratschläge von Leuten die es nur gut meinen. Klar ok aber das hilft einem auch nicht weiter. Ich denke es braucht Zeit sich so zu akzeptieren wie man ist. 

Das Thema und unser Gespräch hat mich sehr lange beschäftigt und ich musste ein paar Tage darüber nachdenken was genau ich eigentlich schreiben will. Sie klärt jetzt ab was genau ihr zu schaffen macht und probiert ein paar verschiedene Cremes aus. Das muss man auch denn es gibt bei Neurodermitis kein Allroundheilmittel. Am Ende des Tages empfand ich sie als sehr Stark und ich selber finde sie geht gut mit der Sache um. Es ist am Ende “nur” eine Hautkrankheit welche aber psychisch absolut nicht zu verachten ist. Ich habe vor einiger Zeit mal überlegt in diese Richtung was zu machen und im Moment kribbelt es mir in den Fingern. Na mal sehen was noch so kommt. 

2 Gedanken zu „Das eigene Ich“

  1. Einen schönen guten Tag.
    Ich bin Jenny.
    Das schlimmste für mich, ist das ich wegen den Hautproblemen meinen gelernten Beruf aufgeben muss. Seit 16 Jahren bin ich nun in diesem Beruf und seit einem Jahr denkt man Körper das er mit gewissen Sachen nicht mehr umgehen kann. Er zeigt es mir wahnsinnig sehr, da es ausschlaggebend im Gesicht vor kommt. Nun muss ich mir Gedanken machen wie es weiter geht und vorallem raus finden was meiner Haut nicht mehr gefällt. Vllt geht es ja jemanden genauso?

    1. Liebe Jenny, ich danke dir für deine Offenheit:-)
      Das ist alles wirklich nicht einfach und man muss echt stark sein um das zu akzeptieren was dir widerfahren ist. Ich denke jedoch das du hier die Möglichkeit hast dich neu zu finden und neue Wege zu gehen. Ich stehe dir jederzeit mit Rat und Tat zur Seite:-)

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